Leserbriefe

2.11.2018

Leserbrief zum

UNO-Migrationspakt

Es ist zum Schämen, denn jetzt ist es fix: Österreich zieht sich als viertes Land – gemeinsam mit den USA, Ungarn und Australien – aus dem globalen Migrationspakt der Uno zurück und lehnt damit grundlegende Menschenrechte ab. Österreich isoliert sich mit dieser Entscheidung global und steht Seite an Seite mit Trump und Orbán – gegen 190 Staaten weltweit. Der Migrationspakt, ein rechtlich nicht bindendes Abkommen, soll als erstes internationales Dokument Grundsätze für den Umgang mit Flüchtlingen und Migranten, den Einsatz gegen Menschenhandel und die Sicherheit von MigrantInnen festlegen. Er soll auch legale Möglichkeiten der Migration definieren.

Ich will diese Entscheidung Österreichs nicht hinnehmen und habe mich daher an der laufenden Aktion beteiligt und stellvertretend für Österreich den UNO-Menschenrechtspakt unterzeichnet und mit inzwischen insgesamt mehr als 70.000 an die Vereinten Nationen weitergeleitet.

 

Machen auch Sie bei dieser Aktion mit, klicken Sie untenstehenden Link an und unterschreiben Sie – es geht um die Menschenwürde und das Überleben von Millionen von Menschen:

https://actions.aufstehn.at/wir-unterzeichnen-den-migrationspakt

Hans Riedler

4040 Linz, Hofmannstrasse 10

 

20. Okt. 2018

Leserbrief zu

„Kritik an Abschiebepraxis“

Leserbrief in den OÖN von Jürgen Jauch – 20. Oktober 2018

Im Gegensatz zu Ihnen, Herr Jauch, empfinde ich die Kritik von Bischof Manfred Scheuer an der kompromisslosen Abschiebepraxis von Asylwerbern berechtigt, denn die Bestimmungen über das humanitäre Bleiberecht würden mehr Menschlichkeit erlauben als viele Flüchtlinge von Verantwortlichen im Asylbereich in der Praxis erfahren. Oder haben Sie noch nie etwas gehört von den oft demütigenden Interviews mit Aussagen wie z.B. „das glaub ich dir nicht“, von nicht angekündigten Abschiebungen von Familien mit Kleinkindern bei Nacht, von Abschiebungen bereits gut integrierter Lehrlinge usw.?

Ganz schlimm und äußerst befremdlich finde ich auch, im Gegensatz zu Ihnen Herr Jauch, die Aussagen von Bundeskanzler Kurz über die angebliche Zusammenarbeit von Schleppern und NGOs  Sind auch Sie tatsächlich der Meinung, es wäre gescheiter, diese hilfesuchenden und in schwerer Not befindlichen Flüchtlinge dem sicheren Tod zu überlassen als sie praktisch in letzter Minute zu retten? Aufgrund meiner Wertvorstellungen stimme ich der klaren Forderung von Papst Franziskus – der sich auch Bischof Manfred anschloss – in vollem Inhalt zu: „Im Umgang mit Geflüchteten sollten/müssen wir uns vom Ziel leiten lassen, sie aufzunehmen, zu schützen, zu fördern und zu integrieren. Und ich bin auch überzeugt, „dass die Gesellschaft durch Menschen, die hierbleiben wollen, nicht ärmer, sondern reicher wird“, trotz der dabei fallweise auftretenden und nicht zu leugnenden Probleme. Dass ich mit dieser Meinung noch immer zur Minderheit gehöre und jene Politiker, die fast täglich das Gegenteil verkünden, in den aktuellen Meinungsumfragen oben bleiben, ist für mich unverständlich und finde ich sehr, sehr schade.

Hans Riedler

4040 Linz, Hofmannstrasse 10

 

11. Okt. 2018

Menschenrecht auf Zuwanderung – Kritik an der Bundesregierung

Der von der UNO erstellte „Menschenrechtspakt für sichere und regulierte Migration“ wird nicht nur von den USA und Ungarn, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit auch von Österreich abgelehnt, weil Bundeskanzler Kurz und Vizekanzler Strache gegen ein Menschenrecht auf Zuwanderung sind. Eine Entscheidung, die der bisherigen Asylpolitik der Bundesregierung voll entspricht und die Erwartung beinhaltet, damit wieder bei vielen Wählerinnen und Wählern zu punkten. Leider ist diese Politik bisher erfolgreich und die tatsächlich in der Bevölkerung vorhandenen Ängste vor Asylanten und Flüchtlingen werden dadurch neuerlich geschürt.

Wie aber erklären Sie sich, liebe Mitglieder der Bundesregierung, dass vor allem Menschen, die gar keine Flüchtlinge/Asylanten persönlich kennen, geschweige denn bisher mit ihnen näher in Berührung gekommen sind, sich lt. mehrerer Umfragen am meisten fürchten? Und jene Menschen, die Flüchtlinge/Asylanten kennen, mit oder neben ihnen wohnen, sich für sie und mit ihnen engagieren, kaum bis überhaupt nicht fürchten und keine Angst vor diesen „Anderen“ haben? Könnte es vielleicht doch stimmen, dass Sie, die Mitglieder der Bundesregierung, selbst die Ursache sind, weil erstere, die sich fürchten, vor allem bzw. ausschließlich Ihre Meinungen über die angeblich so gewaltbereiten und kriminellen Flüchtlinge/Asylanten kennen und diese Ihre ständigen angstmachenden Botschaften für wahr halten?

Die Ablehnung des von der UNO erstellten „Menschenrechtspakt für sichere und regulierte Migration“ ist leider ein weiterer Schritt in dieser unmenschlichen Asylpolitik.

Hans Riedler

4040 Linz, Hofmannstrasse 10