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Im
FORUM ST. SEVERIN wollen künstlerisch, intellektuell und spirituell
interessierte Menschen miteinander Christ-Sein verwirklichen; sie suchen
aus der Frohbotschaft zu leben und Gemeinde zu bilden.
In kritischer Auseinandersetzung mit Überkommenem und Kommendem bemühen
sie sich um eine klare weltanschauliche Position sowie um Offenheit für
Probleme der menschlichen Existenz. Sie suchen in interdisziplinärer
Zusammenarbeit sach- und menschengerechte Lösungen für aktuelle
Anliegen und engagieren sich im Sinne der Katholischen Aktion als einzelne
und gemeinsam für kirchliche, kulturelle und gesellschaftspolitische
Aufgaben.
Im Engagement für die Kirche und ihre Gemeinden bringen sie ihre
Kritikfähigkeit und ihr Fachwissen ein und nehmen mitverantwortlich
an der Gestaltung kirchlichen Lebens teil. Dieser Einsatz erwächst
aus freier intellektueller Auseinandersetzung im Glaubensgespräch,
aus der Feier der Eucharistie und aus spiritueller Vertiefung. Ihr kulturelles
Engagement äußert sich in wacher Anteilnahme am kulturellen
Schaffen der Zeit und im Bemühen, es auf seinen humanen Beitrag und
transzendenten Gehalt hin zu hinterfragen und für die Gemeinschaft
fruchtbar zu machen.
Das gesellschaftspolitische Engagement wird sichtbar durch öffentliches
Eintreten und Handeln für menschenwürdige, sozial gerechte Entfaltung.
Das verpflichtet den einzelnen, gegen Machtmißbrauch und die Sünden
des Schweigens aufzutreten, vor allem dort, wo Freiheit und menschliche
Würde bedroht sind.
Bestimmend ist in allem der Auftrag Gottes, an der Neugestaltung der Welt
durch christliche Liebe mitzuwirken.
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Warum
"Forum St. Severin"?
Das
Forum St. Severin ist Teil der Katholischen
Aktion und des Katholischen
Akademikerverbandes Österreichs (KAVÖ). Der neue Name
wurde im Jahr 1998 gewählt, weil wir in Severin einen vorbildlichen,
gebildeten Christen sehen; auch Nicht-Akademiker und Künstler sollen
sich bei uns wohlfühlen können.
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Der heilige Severin, der zweite Namenspatron der Diözese Linz, kam
nach dem Tod des Hunnenkönigs Attila (453) nach Ufernoricum (das
ist etwa das heutige Nieder- und Oberösterreich mit Teilen von Salzburg),
um den Menschen hier in ihrer Bedrängnis zu helfen. Das Römerreich,
zu dem unsere Heimat ein halbes Jahrtausend lang gehört hatte, war
im Zerbrechen. Germanische Stämme drangen nach Süden vor und
bedrängten die Bevölkerung, die von den römischen Truppen
nicht mehr geschützt werden konnte.
Severin,
ein gebildeter Mann, hatte offenbar vorher eine hohe politische Stellung
innegehabt. Mit staatsmännischem Weitblick und mit großer Zivilcourage
setzte er sich für eine Lösung der Gegensätze zwischen
den einheimischen Donauromanen und den vordringenden Germanen ein.
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Als Hauptstützpunkt
für sein soziales Hilfsprogramm diente ihm sein großes Kloster
in Favianis (vermutlich Mautern in Niederösterreich). Er vermittelte
Güterlieferungen aus Italien und Binnennoricum (dem Gebiet südlich
des Alpenkammes), bemühte sich um die Freigabe von Gefangenen und
organisierte schließlich etappenweise den Rückzug der Romanen,
als dies unvermeidlich wurde.
Die harte Zeit erlaubte kein weiches Leben. Severin ging durch harte Askese
mit gutem Beispiel voran, ermahnte aber auch die andern zum Beten, Fasten,
zum Nachtwachen und zum Almosengeben. Hochgeachtet starb der Heilige am
8. Jänner 482 zu Favianis. Seinem Wunsch entsprechend nahm seine
Mönchsgemeinde den Leichnam bei der Evakuierung der Provinz (488)
nach Italien mit. Seine sterblichen Überreste ruhen heute in Frattamaggiore
bei Neapel.
Der Heilige ist in vielfacher Weise vorbildhaft, auch für unsere
Zeit, denn auch heute - so wie damals - ist eine Zeit großer Umbrüche.
Trotz des ständig notwendigen Einsatzes ging Severin nicht auf in
der Hektik des Alltags, sondern zog sich immer wieder in die Stille zurück,
um sich dem Gebet und der Betrachtung zu widmen. In der Verbindung von
Bildung und Spiritualität, von wacher Aufmerksamkeit für politische
Vorgänge und persönlichem Einsatz für andere Menschen soll
er auch ein Leitbild für unser Forum sein, das nach ihm benannt ist.
Siehe dazu bes. Heft 30 unserer Schriftenreihe
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